Gesmold
Schloss Gesmold
Bemalte Lehmdecke (Anfang 19. Jh)
Maßnahme: 2003
Bei der malerischen Gestaltung der Deckenfläche handelt es sich um eine gemalte Scheinarchitektur, die die Deckenfläche gliedert und dem Raum eine scheinbare zusätzliche Höhe verleiht. Offenbar handelt es sich bei der Bemalung der Decke um eine Secco-Malerei mit Kalk- und Leimfarben.
Die Deckenkonstruktion ist als Balkendecke mit Lehmwickeln anzusprechen. Der zum Dachstuhl weisende Raum zwischen den Deckenbalken weist eine Schüttung aus Ilex-Blättern auf, die vor der Besiedlung durch Nagetieren schützen soll. Der Lehmverputz der Decke ist zweilagig mit einem bis zu ca. 10 cm dicken Unterputz und einem nur wenige Millimeter dicken Lehmfeinputz. Zur Armierung des Unterputzes wurden gespaltene Weidenzweige auf die Unterseite der Deckenbalken aufgenagelt.
Großansicht
 Schematische Darstellung des Deckenaufbaus
Im Wesentlichen zeigen sich an der Decke Schäden, die direkt bei der Herstellung bzw. Schäden, die erst später durch Bauwerksbewegungen und bauliche Veränderungen entstanden sind.
Im Folgenden sind die wesentlichen Schadensphänomene aufgelistet:
- Schwundrisse durch den Trocknungsprozess während der Herstellung der Decke
- Risse, die auf Bauwerksbewegungen zurückzuführen sind
- Ablösung von Putzschichten
- Schäden durch eine jüngere Abhängung der Decke (Befestigung der Deckenkonstruktion)
- Verunreinigung der Malschicht
- Abpudern der Malschicht
- Fehlstellen in der Malschicht
- Wasserflecken
- Besiedlung durch Mikroorganismen
Durchgeführte Restauratorische Maßnahmen:
- Ausputzungen größerer Ausbrüche und Fehlstellen im Lehmverputz
- Öffnen, Injizieren und Kitten von Rissen
- Bekämpfung des mikrobiologischen Befalls
- Reinigung der Malschicht
- Retuschen und Schablonierungen
- Abschließende Malschichtfestigung
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